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    Ausdauertraining mit oder ohne Pulsmessung?

    Bei vielen Trainierenden piepst es: Wem sein Körper etwas wert ist, der trägt eine Pulsuhr. Deshalb gehen heute viele Jogger und Radfahrer kaum noch ausser Haus ohne eine Pulsmessung. Sie unterwerfen sich dem Diktat der Geräte, um bei idealer Herzfrequenz zu trainieren. Doch braucht es überhaupt eine Pulsmessung?

    Die Erfindung der Pulsuhr geht auf das Jahr 1983 zurück. Für Anfänger bietet die Herzfrequenzmessung per Uhr eine hilfreiche Orientierung. Dadurch bekommen sie das Gefühl für ein passendes Mass an Belastung und laufen nicht Gefahr, es beim Training zu übertreiben. Trainierende, welche einen bestimmten Puls aus gesundheitlichen Gründen nicht überschreiten dürfen, ist die Pulsmessung ein Must. Dank der Uhr ist man sicherer unterwegs. Fortgeschrittene, welche ihre Leistung steigern möchten, können dank der Messung den Puls je nach Trainingsziel, in unterschiedliche Höhen treiben. Der Blick auf die Pulsuhr hilft dabei, im idealen Trainingsbereich zu trainieren.

    Die Herzfrequenz konnte lange Zeit nur mit dem Tragen eines Brustgurtes aufgezeichnet werden. Inzwischen gibt es aber auch Uhren, welche direkt über das Handgelenk die Herzfrequenz messen können. Man benötigt keinen Gurt mehr.

    Gerade das heute moderne hochintensive Intervalltraining (HIIT) lässt sich mit einer Pulsmessung nicht zuverlässig steuern. Das Intervalltraining gilt als effektive Form, den Stoffwechsel zu verbessern und die Leistung zu steigern. Überholt ist dabei die Angst vor hoher Belastungsintensität. Heute weiss man, dass starke Kreislaufbelastungen nicht schaden, vorausgesetzt man ist gesund. Viele Leistungssportler lass die Uhr aber trotzdem auch beim HIIT-Training mitlaufen, allerdings mit abgeschaltetem Alarm. Wertet man die Aufzeichnung nach dem Training am Rechner aus, kann man Trainingsfortschritte gut dokumentieren.

    Pulsmessung
    Pulsmessung

    Möchtest du dein Training nach Pulsbereichen gestalten, reicht es allerdings nicht, nur eine passende Uhr zu besitzen. Deine Trainingsbereiche orientieren sich an der maximalen Herzfrequenz. Das heisst, vor der Trainingsplanung musst du deinen Maximalpuls wissen. Dazu gibt es eine Faustregel mit «220 – Lebensalter». Diese Formel ist allerdings nicht sehr genau. Eine genauere Methode ist eine Situation mit maximaler körperlicher Belastung und anschliessender Herzfrequenzmessung zu absolvieren. Sprinte zum Beispiel so lange, bist du vollkommen erschöpft ist. Danach werte deine Daten auf der Uhr aus. Die dort ermittelte maximale Herzfrequenz kannst du als deinen Maximalpuls nehmen. Wenn du deinen Maximalpuls kennst, dann kannst du mit der Trainingsplanung loslegen. Dazu wird dein Training in verschiedene Trainingsbereiche eingegliedert. Da gibt es zum Beispiel regenerative Trainings, die mit weniger als 65 Prozent der maximalen Herzfrequenz trainiert werden oder Grundlagentrainings, die in 65 bis 80 Prozent der maximalen Herzfrequenz trainiert werden.

    Ein weiterer Vorteil der Herzfrequenzmessung ist die Unabhängigkeit von Wetter. Bei starker Hitze wird deine Herzfrequenz bei gleichem Tempo höher sein, als bei normalen Bedingungen. Da sich dein Training an der Herzfrequenz orientiert, kannst du nicht in die Gefahr kommen, zu intensiv zu trainieren. Das Training mit Herzfrequenzsteuerung ist zudem unabhängig vom Gelände. Auf einem Berg kannst du nicht das gleiche Tempo laufen, wie auf der Strasse. Dank Herzfrequenzmessung kannst du aber weiterhin deinen Trainingsbereich einhalten.

    Im Spitzensport wird das Training oft nicht nach Herzfrequenz gesteuert. Wieso das so ist, ist logisch: Ein Spitzensportler möchte vorrangig schneller werden und nicht seine Pulswerte verbessern. Deswegen muss er sich beim Training an die Geschwindigkeit orientieren. Denn beim Wettkampf geht es darum, der Schnellste im Ziel zu sein und nicht den niedrigsten Puls zu haben. Trainierst du zudem ausschliesslich über die die Herzfrequenzsteuerung, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass du mit der Zeit dein Tempogefühl verlierst. Das heisst, es wird dir schwer fallen eine bestimmte Geschwindigkeit zu laufen, ohne dabei permanent auf die Uhr zu schauen.

    Fazit: Anfänger sind mit der Pulskontrolle garantiert auf der sicheren Seite. Damit ist ihnen garantiert, die geforderte Trainingsintensität auch einzuhalten. Als Einsteiger fehlt oft das Tempogefühl und so kann es passieren, dass das Tempo viel zu schnell oder auch viel zu langsam und demzufolge der Trainingseffekt nicht optimal ist.

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